40 Jahre Armbrustanlage Seen / Gotzenwil Winterthur Jubiläum 2014, 9.-11. und 16.-18. Mai 2014

 

  Willkommen in Oberseen (Winterthur)
  Liebe Armbrustschützinnen
  Liebe Armbrustschützen
  Geschätzte Freunde, Sponsoren, Gönner und Gäste 

 

Vor genau 40 Jahren konnten wir unsere Armbrustschiessanlage, in einer damals noch einsamen Umgebung, mit grosser Freude feierlich einweihen und in Betrieb nehmen.
Für die beiden Sektionen Gotzenwil und Seen war dies ein Meilenstein in ihrer Vereinsgeschichte.
Bis anhin waren sie noch auf Anlagen mit Zeigerständen zuhause, in weiter Umgebung wohl die letzten dieser Art. Durch die stark zunehmenden örtlichen Bautätigkeiten befanden sich die Anlagen plötzlich angrenzend oder, wie in Gotzenwil, gar inmitten einer Wohnsiedlung.
Standortmässig musste also eine Lösung her und vereinsseitig war der Wunsch nach Anlagen mit Laufscheiben schon lange ein Thema. Gemeinsam eine Anlage zu bauen, war in vieler Hinsicht ein weiser Entscheid und zeigt auf, mit welcher Weitsicht, Mut und Verantwortung die damaligen Vorstände agierten. Dieses Projekt war für unseren Sport und unsere Region ein echt positives Signal, was sich in der Folge und bis heute sehr oft feststellen liess.
Nun, es ist kaum zu glauben, dürfen wir seit bereits vierzig Jahren auf dieser Anlage zuhause sein. Eine Grossanlage mit zwanzig Laufscheiben, grosszügig jedoch einfach, zweckmässig und ohne Schnörkel gebaut. Das Gelände mit einem zweistöckigen Bau optimal ausgenutzt, mit modernster Technik ausgerüstet, in einer herrlichen Umgebung.
Ein Meisterwerk, das bisher seinen Zweck in jeder Hinsicht erfüllt hat. Ein guter Grund, den Geburtstag dieser liebgewonnen Anlage entsprechend zu würdigen.
Was liegt näher, als dies mit einem kleinen Jubiläumsschiessen zu feiern? Wir haben ein breites Angebot zusammengestellt, traditionell, vielseitig und mit einer grosszügigen Note, die zur Teilnahme motiviert.
Die beiden Sektionen Seen und Gotzenwil laden sie gerne zu einem weiteren, für euch erfolgreichen, unterhaltsamen Besuch nach Oberseen ein. Seid alle herzlich willkommen.
Beste Grüsse und bis bald an den Koordinaten 47 28.600 / 08 46.633.

Heinz Strasser
OK-Präsident

 

 Seen-Gotzenwil1

 Schiessanlage der Armbrustschützenvereine Gotzenwil und Seen

So kennt man unsere Anlage, seit 40 Jahren steht sie nun ausgangs Oberseen an der Strasse nach Ricketwil. Lange Jahre in geruhsamer Einsamkeit, fernab von Betrieb, Lärm und grossem Fahrzeugverkehr, umgeben von Natur und Glockengebimmel der weidenden Kühe oder Schafe. Was für Ortsunkundige auf den ersten Blick wie ein Doppeleinfamilienhaus in bevorzugter Lage aussieht, löst beim zweiten Hingucker ein grosses «Aha» aus.
Ist das gar ein Schiessstand? Und das so nah an der Strasse? Ja, so ist es. Eine Anlage für ein hochpräzises, lärmfreies Schiessen mit der Armbrust.
Dieser Schiessstand ist Eigentum der eigenständigen Armbrustschützenvereine Gotzenwil und Seen, erstellt auf Pachtland der Stadt Winterthur. Ebenerdig der Schiessbereich mit zwanzig Laufscheiben, zwei getrennte Teile mit je zehn Scheiben für die beiden Vereine plus einer gemeinsamen Infrastruktur im Untergeschoss und der Umgebung.
Wieso kam es eigentlich zu diesem Projekt? Beide Vereine hatten damals ja bereits eine eigene Anlage, die je ungefähr zwanzig Jahre alt waren. Der rasanten technischen Entwicklung im Anlagenbau konnten diese Bauten nicht standhalten und galten bald als veraltet.
Die stark zunehmende Bautätigkeit führte zudem dazu, dass sich die Anlagen schnell am Rand von Wohnsiedlungen, oder wie in Gotzenwil, sogar mittendrin befanden.
Zusätzlich rückte der Ablauf der Pachtverträge näher und die Zuversicht einer Verlängerung war aufgrund der aktuellen Situation klein. All diese Umstände führten zum Entscheid, sich mit einer neuen, zukunftsorientierten Lösung zu befassen.
Dank der guten gegenseitigen Kontakte der beiden Vereinsvorstände kam man schnell zum Schluss, dass ein gemeinsames Projekt baulich, finanziell und auch in Bezug auf die Erstellung wohl die beste Lösung wäre. Gesagt, getan. Konkretere Abklärungen wurden unverzüglich an die Hand genommen. Die Anfrage bei der Stadt Winterthur bezüglich einer Pachtlandparzelle wurde im Herbst 1971 positiv beantwortet. Der erste und wohl einer der entscheidensten Punkte konnte mit Erfolg abgehakt werden. Nun war die Sache aufgegleist, der Zug nahm zunehmend Fahrt auf. Die Baukommission wurde gegründet und im Januar 1972 bereits das Baugesuch eingereicht. Im Mai folgte die Subventionseingabe und schon am 16. September 1972 konnte die Grundsteinlegung erfolgen. Die Zustimmung der Generalversammlungen der beiden Vereine kam aufgrund der guten und transparenten Vorbereitungen eigentlich eine Formsache gleich, obwohl die Bausumme von total 325’000 Franken keiner Kleinigkeit entsprach.

Seen-Gotzenwil2

Von nun an wurde tüchtig in die Hände gespuckt. Die Aktiven und die vielen freiwilligen Helfer gaben Vollgas. Nach elf Wochen und grossem Wetterglück, am 2. Dezember 1972, konnte bereits der Dachstock aufgerichtet und das Dach noch vor dem ersten Schnee gedeckt werden. Dadurch war der Weg frei, um während dem Winter die Innenausbauten in Angriff zu nehmen. Eine Menge Arbeit wartete noch auf uns. So verlangte die Erschliessung mit Strom, Wasser und Telefon einen Graben bis hinauf nach Oberseen. Ein arbeitsintensives, aufwendiges und mit viel Handarbeit behaftetes Vorhaben. Auch diese und weitere schwierige Situationen wurden ohne Wenn und Aber erledigt.
Der gesamte Innenausbau, der Finish, die Technik und nicht zuletzt die Umgebung waren sehr aufwändig, intensiv und zeitraubend. Das ganze Jahr 1973 stand im Zeichen dieses Standbaus. Der erste Elan war vorüber. Im Innenausbau waren die Fortschritte nicht mehr so erkennbar und noch kein unmittelbares Ende in Sicht. Es brauchte einiges an Geschick und Fingerspitzengefühl der Führungscrew, um alle Beteiligten immer wieder aufs Neue zu motivieren. Bis auf wenige Kleinigkeiten wurden alle Arbeiten in Frondienst ausgeführt und mit weit über 10’000 freiwilligen Arbeitsstunden abgerechnet. All diesen vielen damaligen Aktiven, Freunden, Helfern und grosszügigen Unternehmen gebührt noch heute unser herzlicher Dank. Ein solches Unterfangen in unserer heutigen Zeit, auf gleicher Basis, wäre das überhaupt noch möglich? Sie erlauben mir, wenn ich da meine zweifel habe.
Im Frühjahr 1974, am 30. März, konnten wir nun diese prachtvolle Anlage einweihen und in Betrieb nehmen. Für uns Armbrustschützen änderten sich die Trainingsmöglichkeiten grundlegend. Dank der Laufscheiben konnte ab jetzt jeder für sich individuell trainieren und war nicht mehr auf die Zeigerdienste anderer angewiesen. Wir waren trainingsmässig in einer anderen Welt angekommen, was dann in den folgenden Jahren erfreulicherweise auch zu (noch) besseren Resultaten führte.
Das ganze Projekt darf noch heute als grossartig und absolut gelungen bezeichnet werden. Die Investition der vielen, vielen Stunden hat sich bestens gelohnt. Trotz der ungewohnten und teilweise harten Arbeit war immer auch Platz für unterhaltsame und lustige Momente. Mit etwas Wehmut gedenkt man ab und zu auch den zahlreichen Mitstreitern, die heute leider naturgemäss nicht mehr unter uns weilen dürfen. Sämtlichen Helfern gegenüber sehen wir uns verpflichtet, diese Anlage stets zu hegen und zu pflegen, damit sie uns noch lange in alter Frische zur Verfügung steht.

Januar 2014 / Heinz Strasser

Heinz Strasser